India Literacy Project

Autor
Padmaja Sathyamoorthy, India Literacy Project Operations Coordinator
Organisation
India Literacy Project
Verwendete Tools
Google My Maps, Google Earth

Die Organisation und ihr Anliegen

Das India Literacy Project (ILP) wurde 1990 von einer Gruppe Freiwilliger in den USA gegründet, um den Analphabetismus in Indien zu bekämpfen. Ziel ist es, eine Alphabetisierungsrate von 100 % in Indien zu erreichen, indem durch Förderungsarbeit Kommunen gestärkt, Lücken bei Bildungsleistungen angegangen und Systemveränderungen erwirkt werden. ILP unterstützt hauptsächlich Alphabetisierungsprojekte in ländlichen Gegenden in ganz Indien, darunter auch in extrem abgelegenen Regionen mit sehr niedrigen Alphabetisierungsraten.

Die Projektgruppe erkannte, dass Kinder unterschiedlich lernen, im indischen Schulsystem aber nach wie vor traditioneller Frontalunterricht stattfindet, was einer Verbesserung der Schreib- und Lesekompetenz im Wege steht. Deshalb rief ILP die Initiative Multi-Dimensional Learning Space (MDLS) ins Leben. Hier können Kinder ganz verschiedene Lernmethoden ausprobieren. Sie sollen nicht nur akademisch gefördert werden, sondern auch etwas über ihre Persönlichkeit sowie ihre Interessen und Fähigkeiten lernen.

MDLS bietet CDs, Audio-, Videoinhalte und Internetzugriff. ILP hat außerdem ein kostengünstiges "Science Kit" entwickelt, mit dem Schüler Experimente durchführen und wissenschaftliche Konzepte erlernen können. Es gab auch keine interaktiven Inhalte für das übergreifende Fach "Social Sciences", in Indien eine Kombination aus Geschichte, Staatsbürgerkunde und Geografie. ILP hat deshalb relevante Inhalte entwickelt.

Umsetzung

ILP nutzte Google Earth, um interaktive Inhalte für die MDLS-Komponente Social Sciences zu entwickeln. "Google Street View, Google My Maps und Google Earth bieten hervorragende Inhalte, die Schüler wirklich interessieren", so Padmaja Sathyamoorthy, India Literacy Project Operations Coordinator. "Viele Kinder aus ländlichen Gegenden können nicht reisen und z. B. das Taj Mahal besuchen. Normalerweise würden sie höchstens kleine Abbildungen davon in Lehrbüchern sehen. Mit den Google-Tools können die Schüler Orte aber virtuell besuchen – fast so, als wären sie tatsächlich dort."

Ein weiterer Grund, Google Earth zu nutzen, war für ILP die Funktion Voyager. Damit können Wissenschaftler, Künstler, Pädagogen und andere Nutzer virtuelle Touren mit Karten, 3D-Ansichten und interaktiven Elementen erstellen. "Dank Voyager sind Geschichte und Geografie nicht länger trockene Fächer, in denen nur Fakten auswendig gelernt werden", sagt Sathyamoorthy. "Alles ist viel interessanter und aufregender. Die Schüler lernen ihre Kultur und Geschichte viel besser kennen, weil sie das Gefühl haben, direkt dabei zu sein, ohne den Klassenraum zu verlassen."

ILP bringt die Lehrer vor Ort mit seinen Programm-Managern zusammen. Gemeinsam erstellen die Teams virtuelle Touren – speziell für den Lehrplan in vier indischen Bundesstaaten für die Klassen 5 bis 10. Jede einzelne Tour verfügt über ein Storyboard in Form einer Google-Tabelle, das den gesamten Text, Links zu Karten und weiteren interaktiven Inhalten enthält. Die Themen beziehen sich vor allem auf historische Stätten, Königreiche und Flüsse. Damit wird ein wesentlicher Teil des Lehrplans abgedeckt.

Ergebnis

ILP plant, die Voyager-Touren für eine Million Schüler an 50.000 Schulen einzuführen. Und es geht gut voran. Bis Ende 2019 sollen zwischen 250.000 und 500.000 Schüler in den Genuss der Lehrmaterialien kommen.

Mit dem Programm wurden bereits erste Erfolge erzielt. "Nach dem, was uns die Lehrer erzählen, ist die Anwesenheit in den Klassen am höchsten, in denen Google Earth verwendet wird", so Sathyamoorthy. "Für die Lehrkräfte sind dies die einfachsten Stunden, weil die Schüler sehr wissbegierig sind. Hier machen sie eine ganz neue Lernerfahrung. Geschichte ist z. B. nicht nur das Auswendiglernen von Daten und Geografie besteht nicht ausschließlich aus Karten zeichnen."

"Dank der Arbeit von ILP mit Google Earth Outreach sind Fächer wie Geschichte und Geografie viel interessanter geworden. Die neuen Tools und die Medieninhalte sind genau das richtige für junge Menschen", sagt Sathyamoorthy.

Sie ist außerdem überzeugt, dass die Schüler nicht nur im Klassenzimmer davon profitieren. "Durch das Projekt erweitern die Schüler ihren Horizont", erklärt Sathyamoorthy. "Es geht eben nicht nur darum, strikt nach Lehrplan und Schulbuch zu arbeiten. Wir können die Schüler neugierig machen und dafür sorgen, dass sie die Lust am Lernen ihr ganzes Leben lang behalten."